Wer sind wir?

Wir sind eine Gruppe aus Cis- und Transfrauen*. Auch wenn wir in der momentanen Gruppenzusammensetzung bestimmte Diskriminierungserfahrungen wie z.B. Rassismus nicht machen, wollen wir einen Raum für alle Frauen*, Inter*- und Trans*personen (FIT*) schaffen. Daher laden wir alle FIT* ein, uns kennenzulernen und diesen Raum gemeinsam zu gestalten!

Was machen wir?

Wir organisieren einmal monatlich am Samstag eine Bar ab 21 Uhr im veto. Dort wollen wir gemeinsam rumhängen, trinken, quatschen und uns austauschen. Es wird auch einen extra Raum geben, wo wir in Ruhe chillen, lesen und diskutieren können. Dahin können wir uns auch zurückziehen, wenn uns irgendetwas zu viel ist. Ab und zu finden vor der Bar auch Veranstaltungen wie z. B. Lesungen, Workshops und Vorträge statt.

Wer ist willkommen bei der Bar?

Willkommen sind Frauen*, Inter*- und Trans*personen, Nicht-Binäre, … – kurz gesagt alle, die nicht cis-männlich sind. Uns ist wichtig, dass die Bar auch ein sicherer Ort für Mehrfachdiskriminierte wie z.B. Frauen* mit Behinderungen oder Frauen* mit wenig Geld ist. Leider sind unsere Räumlichkeiten noch nicht rollstuhlgerecht. Wir versuchen aber weiterhin Barrieren abzubauen.
Wir sind offen für Hinweise, wie wir allen eine gute Zeit ermöglichen können.

Warum machen wir das? Was wollen wir damit erreichen?

Wir wollen einen Raum schaffen, in dem weniger Unterdrückungsmechanismen, z.B. Cis-Sexismus wie Trans*feindlichkeit, wirken. Konkret heißt das: Wir wollen entspannt trinken, feiern und chillen ohne uns mit dominanten Mackern rumzuschlagen oder mit sexistischen Bewertungen, Anmachen und Übergriffen rechnen zu müssen. Wir verstehen die Bar auch als politisches Statement, denn auch die linke Szene ist nicht frei von Sexismus. Z.B. wird auch bei Übergriffen, bei denen die Täter*innen aus der linken Szene stammen, häufig beschissen oder gar nicht reagiert. Dies kann unter anderem dazu führen, dass Betroffene sich nicht trauen, ihre Erfahrungen zu thematisieren.

In der Bar sollen sich Menschen in einem geschützen Rahmen vernetzen und austauschen können, sich gegenseitig stärken und empowern. Wir freuen uns, wenn die FIT*-Bar auch zu einem Bezugspunkt für Feminist*innen wird.

Wie stehen wir zu andern gesellschaftlichen Unterdrückungsmechanismen?

Sexismus ist eine von vielen gesellschaftlich bedingten Herrschafts- und Diskriminierungsformen, welche miteinander zusammenhängen. Auch wollen wir z.B. keinerlei Rassismus oder Lookismus in unserer Bar. Betroffene können uns als FIT*Bar-Team ansprechen.

Um Leute, die wenig Geld haben, nicht auszuschließen, geben wir die Getränke in der FIT* Bar gegen Spende heraus.

Definitionsmacht – was ist das?

Definitionsmacht bedeutet, dass jede Person selbst definiert, ob und wann sie Gewalt erfahren hat. Die Bewertung eines Übergriffs steht nur der betroffenen Person zu, d.h. ihre Erfahrungen werden von anderen nicht verharmlost oder in Frage gestellt. Der betroffenen Person wird umstandslos geglaubt, ohne dass sie genötigt wird, Details des Übergriffs zu beschreiben. Im Umgang mit einem Übergriff orientieren wir uns an den Wünschen und Bedürfnissen der betroffenen Person und werden diese als  FIT*-Bar-Team versuchen umzusetzen. Maßgeblich ist, was di*er Betroffene nach einem Übergriff braucht, um sich sicherer/besser zu fühlen.

Die betroffene Person darf nicht allein für den Umgang mit dem Übergriff verantwortlich sein, denn wir sind alle verantwortlich für unseren FIT*-Raum. Insofern sollte die Umsetzung dessen, was die betroffene Person sich wünscht, nur das Minimum unserer Reaktion auf einen Übergriff sein. Dabei darf der Schutz der betroffenen Person nicht außer Acht gelassen werden.

Definitionsmacht – warum?

Der gesellschaftliche Umgang mit Gewalt ist oft auf übergriffige Täter*innen statt auf die Betroffenen fixiert. Letztere stehen oft unter Rechtfertigungsdruck oder dem Verdacht „doch irgendwie selbst schuld gewesen“ zu sein. Leider geschieht dies auch in linken Räumen. Wir wollen es in der FIT*-Bar anders machen: So soll keine*r mit Gewalt- & Diskriminierungserfahrungen allein gelassen werden.  Alle sollen sich trauen können, erfahrene Grenzüberschreitungen zu benennen. Durch das Zusprechen der Defnitionsmacht werden Betroffene, die durch Gewalt und Diskriminierungen Ohnmacht erlebt haben, wieder in die Lage versetzt, aktiv zu handeln und sich ihren Schutzraum zurückzuholen.

Glossar

cis bzw. Cisgender

bezeichnet Personen, deren Geschlechtsidentität mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt. Dies trifft auf die meisten Menschen zu. Das Gegenteil wird als Transgender bezeichnet (lateinischtrans- ‚jenseitig‘, ‚darüber hinaus‘).Den Ausdruck Cissexualität bzw. Cissexuelle hat 1991 der Sexualwissenschaftler Volkmar Sigusch eingeführt, um auszudrücken, dass es Cissexuelle geben müsse, wenn es Transsexuelle gebe, und dass das als normal unterstellte Zusammenfallen von Körpergeschlecht und Geschlechtsidentität keine Selbstverständlichkeit sei.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Cisgender

Trans*:

Trans* meint die Tatsache, dass ein Mensch sich nicht dem Geschlecht zugehörig fühlt, dem er bei Geburt zugeordnet wurde. Diese Menschen kommen mit einem eindeutig männlich oder eindeutig weiblichen Körper zur Welt, sie identifizieren sich aber als das andere Geschlecht, als zwischen den Geschlechtern oder als ein bisschen von beiden.

Quelle: https://www.transgender-network.ch/de/informa tion/

Transfeindlichkeit::

Der Begriff beinhaltet Vorurteile, negative Einstellungen, Abwertung, Diskriminierung und Gewalt gegenüber Trans*Menschen bzw. transgeschlechtliche Lebensformen- aber auch staatliche Privilegierung zweigeschlechtlicher Lebensformen.

Quelle: aus Fibel der vielen kleinen Unterschiede. Begriffe zur sexuellen und geschlechtlichen Identität (lambda: nord) (öffnet .pdf-datei)

Inter*:

Der Begriff der „Intersexualität“ beschreibt Menschen mit angeborenen, von der kulturell motivierten, geschlechtlichen Erwartungsnorm abweichenden, somatischen Varianten der Geschlechtsanlagen.

Quelle: aus http://intersex.schattenbericht.org/post/2008/07/21/11-Definition-Was-ist-Intersexualitat

Intergeschlechtliche Menschen haben angeborene Geschlechtsmerkmale, die von der herrschenden gesellschaftlichen und medizinischen Norm nicht als eindeutig akzeptiert werden, die also nicht in die Kategorien männlich oder weiblich passen.

Cis-sexismus:

Cissexismus beschreibt die Ablehnung, Ausgrenzung und Diskriminierung von Trans*Menschen durch Menschen, deren Geschlechtsidentität mit dem bei Geburt zugewiesenen Geschlecht in Einklang steht bzw. noch nie hinterfragt wurde (auch cisgender oder cisgeschlechtliche Menschen genannt). Cissexismus resultiert in Abwertungsstrategien, der Aufrechterhaltung von zweigeschlechtlichen Überlegenheitssystemen und oft in Gewalt gegen Trans*Personen.

Quelle: aus https://transintersektionalitaet.org/?page_id=36

Lookismus:

Lookism ist die Annahme, dass das Aussehen ein Indikator für den Wert einer Person ist. Sie bezieht sich auf die gesellschaftliche Konstruktion einer Schönheits- oder Attraktivitätsnorm und die Unterdrückung durch Stereotypen und Verallgemeinerungen über Menschen, die diesen Normen entsprechen und über diejenigen, die ihnen nicht entsprechen.

Quelle: aus http://www.genderinstitut-bremen.de/glossar/lookismus.html